PROJEKT SPORTPLATZ

"PROJEKT KUNSTRASENPLATZ IN HÖSBACH"

 

Auf Basis eines gemeinsamen Antrages der Hösbacher Fussballvereine zum Bau eines Kunstrasenplatzes tagte am 29.06.17 der Marktgemeinderat Hösbach zu diesem Thema. Die Planungen der Marktgemeinde sehen einen Bau auf dem Gelände zwischen Sportplatz des FC Hösbach und dem Landkreisstadion in einer Größe von 90 m x 60 m mit eigenem Funktionsgebäude und Parkplätzen vor. Der Kostenpunkt für dieses Projekt liegt bei geschätzten 1,8 Mio Euro. Nach längeren Diskussion wurden folgende Beschlüsse gefasst:

 

Bei 2 Gegenstimmen wurde grundsätzlich dem Bau eines Kunstrasenplatzes zugestímmt.

Einstimmig wurde beschlossen, dass auf Basis der vorgelegten Kosten das Projekt nicht durchführbar ist, deswegen soll in weiteren Gesprächen am runden Tisch nach Kostenreduzierungspotentialen gesucht werden.

 

Zuallererst ist einmal erfreulich, dass ein gemeinsamer Konsens zum Bau eines Kunstrasenplatzes gefunden wurde. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Marktgemeinderat auch die Dringlichkeit sieht, stehen wir doch als Hösbacher Fussballverein fast tagtäglich mit anderen Vereinen im Konkurrenzkampf um unsere Spieler!

"ERFOLGREICH AUF UNSICHEREM TERRAIN"

 

Fünf Fußballvereine gibt es in der Marktgemeinde Hösbach. Das sportliche Aushängeschild ist die Spielvereinigung Hösbach-Bahnhof. Dabei hat der Bezirksligist mit enormen Platzproblemen zu kämpfen.

 
Es kann so idyllisch sein: Wie der Nonnenbach vom Kloster Schmerlenbach gen Aschaff plätschert, vorbei am Sportgelände der Spielvereinigung Hösbach-Bahnhof. Es ist eine missliche Lage: Weil die Anlage im Überschwemmungsgebiet des Baches liegt, müssen die Bahnhöfer Fußballer seit Jahren mit schlechten Platzverhältnissen leben. »Ich weiß nicht, wie wir hier nächste Saison wieder 13 Mannschaften spielen lassen sollen«, sagt Vorstandssprecher Bernd Klement. Sportlich könnte die Situation der Bahnhöfer kaum besser sein: Die erste Mannschaft geht ins achte Bezirksliga-Jahr in Folge, am Ende der vergangenen drei Spielzeiten stand jeweils Rang drei zu Buche. Neben der Reserve, die in der A-Klasse antritt, stellte die Spielvereinigung in der vorigen Saison elf eigenständige Nachwuchsmannschaften, in der kommenden soll es dabei bleiben. Nach dem Klassenerhalt der U 19 und dem Aufstieg der U 13 ist Hösbach-Bahnhof mit zwei Teams in der Bezirksoberliga vertreten. Außerdem feierten die B-Junioren die Meisterschaft in der Kreisklasse. »An den tollen Trainingsbedingungen kann es nicht liegen«, unkt Bernd Klement.

Neubaugebiet als Glücksfall
Rund 150 Kinder und Jugendliche kicken bei der Spielvereinigung. Eine Erklärung für den regen Zulauf liefert Frank Keske, der gemeinsam mit Tobias Bergmann die Nachwuchsabteilung führt: »Das Neubaugebiet ist ein Glücksfall.« Als einen Grund für den sportlichen Erfolg nennt Keske, dass »wir in jedem Jahrgang ein, zwei Spieler mit richtig Potenzial haben«. Vor allem aber – das betonen sowohl Vorstandssprecher Klement als auch beide Jugendleiter – herrsche von den Bambini bis zu den Alten Herren ein starker Zusammenhalt. Den versuchen die Verantwortlichen zu stiften und zu stärken, indem sie Spieler aus den Seniorenmannschaften und ältere Junioren als Nachwuchstrainer einsetzen. So betreuten in der vergangenen Saison die Bezirksliga-Kicker Felix Renner und Dennis Hein sowie U 19-Akteur Luca Beshka die U 13-Junioren, die neben dem Kreisliga-Titel auch den Kreispokal holten. »Das sind doch Helden für die Jüngeren«, sagt Klement und ergänzt: »Die Bahnhöfer – das ist schon ein Markenname, glaube ich. Mit besseren Bedingungen könnten wir noch mehr machen.«

Staublunge oder Matschbad
Das Hauptproblem des Vereins: Das Rasenspielfeld leidet unter der Dauerbelastung, weil der dahinterliegende Sandplatz kaum nutzbar ist. Klement bringt es auf die Formel »Staublunge oder Matschbad«. Hösbachs Bürgermeister Michael Baumann äußert Verständnis: »Dort ist es schwierig, überhaupt ein ordnungsgemäßes Training zu gewährleisten.« Er nehme die Nöte ernst, allerdings: »Die Bahnhöfer Fußballer sind eine Blume in einem großen Strauß.«
Baumann verweist auch darauf, dass die Genehmigung für eine Verbesserung des Ausweichplatzes nicht der Gemeinde, sondern dem Landratsamt obliege. Allen bisherigen Plänen hat die Behörde die Zustimmung versagt. Der Bürgermeister nennt drei kritische Punkte: die Nähe zum renaturierten Nonnenbach, den Emissionsschutz und das Wasserrecht.


In kirchlicher Hand
Bei einem laufenden Gerichtsverfahren wegen einer abgelehnten Bauvoranfrage hofft Vorstandssprecher Klement auf grünes Licht für die Spielvereinigung in spätestens drei Monaten. Dann werde der Verein das Gespräch mit der Gemeinde suchen, die das Sportgelände gepachtet hat; Eigentümer ist ein kirchlicher Seminarfonds. Verbesserungen am Sandplatz seien dringend nötig, betont Klement: »Eigentlich läuft der Verein. Das kann aber schnell vorbei sein, wenn sich nichts tut.« Für einen Hoffnungsschimmer am Horizont haben jüngst die Hösbacher Gemeinderäte gesorgt. Mit großer Mehrheit unterstützten sie den gemeinsamen Antrag der fünf Fußballvereine des Marktes auf den Bau eines gemeinsamen Kunstrasenplatzes. Als Fläche ist aktuell eine Wiese an der Rudolf-Diesel-Straße zwischen dem Gelände des FC Hösbach und dem Landkreisstadion vorgesehen; der Standort soll laut Entscheidung des Gemeinderats aber noch einmal geprüft werden. Offen ist angesichts geschätzter Kosten von 1,9 Millionen Euro auch noch der Umfang des Bauprojekts.

»Quantensprung« Kunstrasen
Einig sind sich Bürgermeister Baumann und Hösbach-Bahnhofs Vorstandssprecher Klement darin, dass die Verwaltung des Kunstrasens in die Hände der Kommune gehört. Die Belegung »sollte in vernünftigem Miteinander gelingen«, sagt Baumann. Für Klement wäre es »ein Quantensprung, wenn wir den Platz für zwei, drei Tage hätten«. Auch für Josef Hörst, Jugendleiter beim FC Hösbach, führt an dem Projekt kein Weg vorbei: »Wir brauchen den Kunstrasenplatz auf jeden Fall, um konkurrenzfähig zu bleiben.« Seinen Verein sieht Hörst im Nachwuchsbereich gut aufgestellt, auch wenn der FC in keiner Altersklasse ein eigenständiges Team stellt. Bis zu den U 13-Junioren haben die Hösbacher eine Spielgemeinschaft mit der DJK aus dem kleinsten Ortsteil Wenighösbach. In der Regel tritt der Hauptort dabei als Seniorpartner auf, bei der kommenden D-Jugend ist das Verhältnis nach Angaben von DJK-Jugendleiter Herbert Sauer »halbe halbe. Es wird knapp.« Vergangene Saison mussten beide Clubs ihre U 13 aus der Kreisklasse zurückziehen. Ab der U 15 hat sich der FCH mit dem VfR Goldbach und der DJK Hain zusammengetan, die beide über Kunstrasenplätze verfügen. »Wir könnten alleine keine Mannschaften stellen«, sagt Hörst.

FCH-Comeback in Kreisklasse
In der U 19 sind die Hösbacher wie die Bahnhöfer in der Bezirksoberliga vertreten. Eine gute Grundlage für den Übergang zu den Senioren, meint der FCH-Jugendleiter. Und möglicherweise ein Grund, dass der Verein nach sechs Jahren in der A-Klasse in der kommenden Runde sein Comeback in der Kreisklasse gibt. Damit ist der FC Hösbach im Erwachsenenbereich die Nummer zwei in der Marktgemeinde. Vor dem FSV Feldkahl, der die Vorsaison auf Rang drei der A-Klasse Aschaffenburg 2 abschloss. Im Kleinfeldbereich macht der FSV seit Jahrzehnten gemeinsame Sache mit dem TSV Rottenberg, dessen erste Mannschaft in der B-Klasse spielt. Laut Jürgen Bathon, Vorstandssprecher und Jugendleiter beim TSV, jagen bei der Jugendspielgemeinschaft aktuell rund 70 Kinder dem Ball hinterher, »im Moment überwiegend Rottenberger, aber das schwankt immer. Es ist auf jeden Fall eine Menge los, die Perspektive ist da.« Ab der D-Jugend bilden FSV und TSV mit den Sportfreunden Sailauf, dem FC Eichenberg und dem FC Laufach die JFG Westspessart. »Da kann man das Training verlagern und ein Platz kann sich auch mal regenerieren«, sagt Bathon. Josef Amrhein, Feldkahler Vertreter im JFG-Vorstand, erklärt, der Zusammenschluss laufe gut. »Die Aussichten sind nicht schlecht, die Trainerteams stehen.« Die U 15/1 der Westspessarter wurde in der Vorsaison Meister ihrer Gruppe und steigt in die Kreisklasse auf. Positiver Nebeneffekt: Damit muss die zweite Mannschaft in dieser Altersklasse nicht mehr ohne Wertung spielen. Neben zwei sportlichen Abstiegen (U 17 und U 13) musste die JFG in der zurückliegenden Runde allerdings auch einen herben Rückschlag hinnehmen: Die U 19 trat in der Bezirksoberliga nur viermal an, auf vier klare Niederlage folgte die Abmeldung. »Wir haben mit genügend Leuten angefangen, binnen kurzer Zeit haben sich aber viele abgemeldet«, berichtet Amrhein. In der kommenden Spielzeit stellt Westspessart wieder eine A-Jugend, die in der niedrigsten Klassen spielt.

Wenighösbach fehlt Nachwuchs
Die DJK Wenighösbach zählt in den beiden letzten Altersklassen im Nachwuchsbereich nur drei Aktive; sie spielen zusammen mit Jungs aus Unterafferbach, Oberafferbach und Glattbach – immerhin in der Kreisliga. Als Ort mit nur knapp über 1000 Einwohnern sei die DJK wenig überraschend »etwas schwach auf der Brust«, sagt Jugendleiter Herbert Sauer. »Uns fehlt ein Neubaugebiet. Dann kommen keine jungen Familien, keine Kinder.« In diesem Punkt können sich die Hösbach-Bahnhöfer eben glücklich schätzen. Die Verantwortlichen drängen aber weiter auf eine Verbesserung der Bedingungen. »Wir sehen die Nachwuchsarbeit auch als soziale Aufgabe«, sagt Frank Keske von der Jugendleitung: »Den Kopf in den Sandplatz zu stecken, wäre auch doof.«
                                                                                                                   Quelle: www.main-kick.de